Einsatz vom 10. bis 20. April 2008

Nach sorgfältiger Planung sind wir als ein Team von acht Personen aus der Pfimi Bern nch Rumänien gereist. Ziel und Auftrag war es, bei Peter Urfer in Gornesti einige handwerkliche Arbeiten auszuführen und bei dieser Gelegenheit auch Einblicke in die geistliche Arbeit vor Ort zu bekommen.
Nach langer Reise (23Std.) sind wir am Freitagabend 11. April in Gornesti eingetroffen.

Am Samstag gings dann gleich los mit den verschiedenen Arbeiten. Dank des schönen Wetters konnte der Bau des Kinderspilplatzes, der Ausbau der Mansarde und die Kaminabdichtung in Angriff genommen werden. Jeder der acht Teilnehmer machte sich ans Werk und auch das Küchenteam legte gleich los, denn schliesslich müsste für das körperliche Wohl gesorgt werden.

Gleich von Anfang an waren wir von einer Schar kleierer und grösserer Kinder umgeben, welche bei Peter ein und aus gehen. Einige davon konnten wir in die Arbeiten mit einbeziehen und sie waren mit wechselndem Eifer dabei.

Am Sonntag nahmen wir die Gelegenheit wahr, eine Pfingstgemeinde in Tirgu Mures zu besuchen. Wir wurden herzlich willkommen geheissen und während der Lobpreiszeit wurden auch öfters deutsche Choruse gesungen. Der ganze Gottesdienst wurde in ungarisch gehalten, da in diesem Teil Rumäniens mehr Ungarisch als Rumänisch gesprochen wird (z.B. ist die Schulsprache Ungarisch und nicht etwa Rumänisch). Die Übersetzung übernahm eine Schweizerin, die vor Ort als Missionarin tätig ist.

Nach dem Gottesdienst wurden wir überraschenderweise zum Essen eingeladen, was laut Peter ganz selten einmal geschieht, wenn Gäste da sind.

Am Nachmittag machten wir dann noch einen Besuch in Sighisoara, dem dem Geburtsort von ‹Graf Dracula›. Wir hatten einige Roma-Kinder aus Gornesti mit dabei, was bei der lokalen Polizei solange Misstrauen auslöste, bis wir ihnen erklärt hatten, dass sie zu uns gehören und uns nicht etwa belästigen. Man muss wissen, dass die Romas für die übrigen Bewohner von Rumänien als Menschen zweiter Klasse gelten. Jeder möchte sie am liebsten in ein eigenes Ghetto sperren!

Am Montag ging’s dann weiter mit der Arbeit und bald war die Rutschbahn des Spielplatzes die neuste Attraktion. Als am Freitag dann auch noch die Schauckeln montiert waren, gab’s kein Halten mehr; die Kinder kamen aus allen Ecken, auch solche die noch nie die Kinderarbeit von Peter besucht haben. Nur das Mädchen vom Nachbarhaus durfte nicht kommen, da seine Mutter ihm erklärte dass die, welche da wohnen, böse Menschen seien....

Auch die Mansarde wurde mit einem besonderen Effort noch fertig gestellt und kann nun, isoliert und mit Licht versehen, als Massenlager oder usw. genutzt werden.

Zwischendurch gingen wir noch einmal nach Tirgu Mures, um die Suppenküche für die Ärmsten zu besuchen und beim Austeilen der Mahlzeiten mitzuhelfen. Ein kurzer Rundgang im Roma-Quartier, den wir dank Joschi, dem Suppenküchenleiter unternehmen konnten, machte das Elend dieser Leute deutlich. Zehn Personen in einer 1-Zimmer-Hütte, und viele Mütter, welche froh sind, wenn wenigstens ihre Kinder zwei Mal pro Woche eine warme Mahlzeit bekommen – und das in Europa, wohlverstanden.

Am Freitag vor der Rückfahrt durfte natürlich auch ein Besuch im Roma-Quartier in Gornesti nicht fehlen. Vom ersten Moment an waren wir willkommene Gäste, die liebevoll mit Kaffee bewirtet wurden. Später folgten dann noch ein Abschiedsessen mit Peter und eifriges Packen, da wir am Samstag früh losfahren wollten. Um 8.00 Uhr ging es dann los, und nach 21.½ Stunden Fahrt sind wir am Sonntag in der Früh wieder wohlbehalten in Bern angekommen.

Jeder Teilnehmer konnte in diesen zehn Tagen einen Einblick in die Arbeit bekommen und viele Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Jürg Käser, Einsatzleiter


Bilder vom Einsatz